Fünf Nationen hoch über den Wipfeln des Steigerwalds

Haßfurter Mehrgenerationenhaus unternahm Exkursion mit Einheimischen und Flüchtlingen zum Baumwipfelpfad

Haß­fur­ter Tag­blatt – 20.05.2016

Ausflug zum Baumwipfelplad

Ein gemein­sa­mer Aus­flug, der dem kul­tu­rel­len Aus­tausch dient: 40 Män­ner, Frau­en und Kin­der aus fünf Natio­nen haben sich an der Exkur­si­on des Haß­fur­ter Mehr­ge­nera­tio­nen­hau­ses zum Baum­wip­fel­pfad bei Ebrach betei­ligt

Das Mehr­gene­ra­tio­nen­haus Haß­furt (MGH) unter der Trä­ger­schaft des Baye­ri­schen Roten Kreu­zes bie­tet für die sozia­le Inte­gra­ti­on von Men­schen mit Migra­ti­ons- und Flucht­ge­schich­te Raum für Begeg­nung, neu­es bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment und ein Mit­ein­an­der der Genera­tio­nen über alle Gren­zen hin­weg.

Vor die­sem Hin­ter­grund unter­nahm das MGH ver­gan­ge­ne Woche mit über 40 Betei­lig­ten im Alter von 0 bis 84 Jah­ren aus fünf Natio­nen einen Aus­flug zum neu eröff­ne­ten Baum­wip­fel­pfad bei Ebrach im Stei­ger­wald, um die­sen bei strah­len­dem Son­nen­schein zu erkun­den. Die Idee hier­zu sei von den frei­wil­lig Enga­gier­ten aus der Licht­stu­be gekom­men, die sich seit einem Jahr inten­siv um die Inte­gra­ti­on von Haß­fur­ter Fami­li­en mit Flucht­ge­schich­te küm­mert, teil­te das MGH mit.

Mit viel Neu­gier­de durch­wan­der­te die Grup­pe den Erleb­nis­pfad, zeig­te sich beein­druckt von dem wun­der­ba­ren Blick über die Land­schaft rund um den Zabel­stein und ließ den Tag mit einem inter­na­tio­na­lem „Wald­pick­nick“ aus­klin­gen. Geführt von Pro­jekt­mit­ar­bei­te­rin Con­ni Brück­ner vom MGH konn­ten sich wäh­rend der Akti­vi­tät Ein­hei­mi­sche und Zuge­wan­der­te aus Syri­en, Afgha­ni­stan, Eri­trea und dem Irak bes­ser ken­nen­ler­nen und die Kon­tak­te und Fami­li­en- und Bil­dungs­pa­ten­schaf­ten inten­si­vie­ren. Am Ende sei man sich einig gewe­sen, dass es mehr Aktio­nen zum sprach­li­chen und kul­tu­rel­len Aus­tausch geben muss.

Unterwegs auf dem BaumwipfelpfadMög­lich gemacht hat die­sen Aus­flug laut MGH das Son­der­pro­gramm „Zusam­men­halt för­dern – Inte­gra­ti­on stär­ken“, das das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les zur zusätz­li­chen För­de­rung von Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men auf­ge­legt hat. Ziel dabei ist es, nach­hal­tig die Ein­bet­tung von Migran­ten und Men­schen mit Flucht­ge­schich­te in deut­sche Gesell­schaft durch sprach­li­che, kul­tu­rel­le und berufs­för­dern­de Unter­stüt­zung mög­lich zu machen. Durch die­ses Pro­gramm kön­nen bestehen­de Struk­tu­ren im Bereich der Inte­gra­ti­on am MGH aus­ge­baut und ver­bes­sert wer­de.

So wird etwa am 16. Juni um 16.00 Uhr das MGH-Sprach­ca­fé eröff­net. Hier­zu sind alle Alt- und Neu-Haß­fur­ter zum gegen­sei­ti­gen Ken­nen­ler­nen, zum sprach­li­chen und kul­tu­rel­lem Aus­tausch herz­lich ein­ge­la­den.

Am Sams­tag, 18. Juni, spricht um 11.00 Uhr Yener Yil­dirim, ehe­ma­li­ger Vor­sit­zen­der der tür­kisch-isla­mi­schen Gemein­de Würz­burg und Dia­log­be­auf­trag­ter für Nord­bay­ern, zum The­ma „Der Islam – Welt­re­li­gi­on oder Mär­chen aus Tau­send­und­ei­ner Nacht“.