Lernen durch Engagement

Lernen durch Engagement –
Service-Learning

LdE-Logo: Lernen durch Engagement
Ler­nen durch Enga­ge­ment – abge­kürzt LdE – heißt im Eng­li­schen “Ser­vice-Lear­ning” und ist eine Lehr- und Lern­form, die gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment von Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit fach­li­chem Ler­nen ver­bin­det.

Beim Ler­nen durch Enga­ge­ment set­zen sich Schü­le­rin­nen und Schü­ler für das Gemein­wohl ein.

Sie enga­gie­ren sich aber nicht los­ge­löst oder zusätz­lich zur Schu­le, son­dern als Teil des Unter­richts und eng ver­bun­den mit dem fach­li­chen Ler­nen. Das Enga­ge­ment wird im Unter­richt gemein­sam geplant, reflek­tiert und mit Inhal­ten der Lehr­plä­ne ver­knüpft.

 

Die Umsetzung von LdE (Lernen durch Engagement) erfolgt nur mit Qualitätsstandards

REALER BEDARF
Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler über­neh­men bei ihrem Enga­ge­ment Auf­ga­ben, die von allen Betei­lig­ten als sinn­stif­tend und bedeu­tungs­voll wahr­ge­nom­men wer­den.

CURRICULARE ANBINDUNG
Das Enga­ge­ment ist Teil des Unter­richts und wird mit den Inhal­ten der jewei­li­gen Lehr­plä­ne ver­knüpft.

REFLEXION
Mit den Schü­le­rin­nen und Schü­ler fin­det eine regel­mä­ßi­ge Refle­xi­on der Erfah­run­gen im Pro­jekt statt.

SCHÜLERPARTIZIPATION
Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind an der Ide­en­samm­lung, Pla­nung, Vor­be­rei­tung und Orga­ni­sa­ti­on des Pro­jek­tes betei­ligt.

ENGAGEMENT AUSSERHALB DER SCHULE
Das prak­ti­sche Enga­ge­ment fin­det an einem Ort außer­halb der Schu­le und in Zusam­men­ar­beit mit den Koope­ra­ti­ons­part­nern statt.

WERTSCHÄTZUNG UND ABSCHLUSS
Das Enga­ge­ment der Schü­le­rin­nen und Schü­ler wird im gesam­ten Pro­zess des Pro­jek­tes und mit einem aner­ken­nen­den Abschluss gewür­digt.

 

Potenziale von LdE

FÜR DIE SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER
Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen Wis­sen prak­tisch anzu­wen­den und brin­gen sich pro­duk­tiv für die Gesell­schaft ein. Dadurch wer­den per­sön­li­che und sozia­le Kom­pe­ten­zen gestärkt, sie wer­den selbst­be­wuss­ter und moti­vier­ter – und dies wie­der­um wirkt sich posi­tiv auf ihre Leis­tun­gen aus.

FÜR DIE SCHULE
Da die Hal­tung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler posi­ti­ver wird, ver­än­dert sich auch die Schu­le: Sie öff­net sich nach außen und ent­wi­ckelt ein Kli­ma der Demo­kra­tie und Koope­ra­tion und ver­stärkt die indi­vi­du­el­le För­de­rung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler.

FÜR DIE GESELLSCHAFT
Die Zivil­ge­sell­schaft und das Demo­kra­tie­ver­ständ­nis wird gestärkt. Die Gesell­schaft pro­fi­tiert von Men­schen, die bereits früh ler­nen, sich für das Gemein­wohl ein­zu­set­zen und die sich aktiv enga­gie­ren: „Enga­gier­te Gesell­schaft“

 

Klare Abgrenzung: Was LdE NICHT ist!

  • frei­wil­li­ges Enga­ge­ment von Schü­le­rin­nen und Schü­lern außer­halb der Schu­le
  • Sozi­al­prak­ti­kum
  • Schü­ler­fir­ma
  • Pra­xis­na­her Unter­richt
  • Berufs­prak­ti­kum

Logo der Heinrich-Thein-Schule 


Beispiele für unsere LdE-Projekte
in Kooperation mit der Heinrich-Thein-Schule:

Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler machen eine Aus­bil­dung zur Assis­ten­tin bzw. zum Assis­ten­ten für Ernäh­rung und Ver­sor­gung ent­spre­chend der Lehr­plan­richt­li­ni­en der Berufs­fach­schu­le für Ernäh­rung und Ver­sor­gung und enga­gie­ren sich in MGH-Pro­jek­ten:

Alzheimer & You – Zeig dein Engagement:
Generationenwerkstatt und mehr“
im Mehrgenerationenhaus

Lernen durch Engagement: Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Thein-Schule Haßfurt im MGH-Projekt „Alzheimer & You – Zeig dein Engagement: Weihnachtswerkstatt und mehr“

 

Sie backen und gestal­ten mit älte­ren Men­schen, Alz­hei­mer- und Demenz­er­krank­ten. Beim Umgang mit den Betrof­fe­nen pro­fi­tie­ren die Schü­le­rin­nen und Schü­ler von ihrem Wis­sen über Ursa­chen, Sym­pto­me und Ver­lauf der Krank­heit aus dem Unter­richt im Fach Erzie­hung und Betreu­ung der 12. Jahr­gangs­stu­fe.

FÜR Familien MIT Familien:
Gute-Laune-Frühstück“
im Mehrgenerationenhaus

Lernen durch Engagement: Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Thein-Schule Haßfurt im MGH-Projekt „FÜR Familien MIT Familien: Gute-Laune-Frühstück“

 

Sie pla­nen, erstel­len und prä­sen­tie­ren anlass­be­zo­gen Spei­sen und Geträn­ke für das Früh­stücks­buf­fet. Sie beach­ten dabei die Hygie­ne­vor­schrif­ten und das ent­spre­chen­de All­er­gen-Manage­ment und über­neh­men die Ser­vice­ar­beit.

Dies geschieht in Koope­ra­tion der Fächer Ernäh­rung sowie Spei­sen­zu­be­rei­tung und Ser­vice der 11. Jahr­gang­stu­fe.

Im Café Bis­tro „Offe­ner Treff“ kom­men sie beim Gute-Lau­ne-Früh­stück mit Fami­li­en aller Genera­tio­nen in Kon­takt und üben sich im inter­ge­ne­ra­ti­ven Aus­tausch. So ler­nen sie die Bedar­fe und Bedürf­nis­se von Men­schen mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund und jeder Alters­grup­pe ken­nen.

Kooperationspartner

Hein­rich-Thein-Schu­le
Staatl. Beruf­li­ches Schul­zen­trum Haß­furt
Mehr­ge­nera­tio­nen­haus Haß­furt
BRK Kreis­ver­band Haß­ber­ge
LdE Kom­pe­tenz­zen­trum im bun­des­wei­ten Netz­werk Ser­vice-Lear­ning (Ler­nen durch Enga­ge­ment)

Projektteam

Hei­drun Gört­ler
Schul­lei­te­rin

Edel­trud Spie­gel
Fach­be­reichs­lei­te­rin

Dag­mar Mertl, Michae­la Appel, Ire­ne Bütt­ner
Leh­re­rin­nen aus dem Fach­be­reich Ernäh­rung und Ver­sor­gung

Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus dem Fach­be­reich Ernäh­rung und Ver­sor­gung

Gud­run Gre­ger
LdE-Schul­be­glei­te­rin

Simo­ne Gerusch­ke
Sozi­al­päd­ago­gi­sche Betreu­ung

Lisa Gey­er
Fach­stel­le für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge und Eltern­be­glei­te­rin

 


Beispiele für unsere LdE-Projekte
in Kooperation mit der Grundschule Ebern:

Es ist gar nicht so ein­fach, die Krank­heit Demenz und deren Fol­gen kind­ge­recht zu ver­mit­teln. Des­halb wer­den die Kin­der auch nicht mit medi­zi­ni­schen Fak­ten kon­fron­tiert, son­dern sol­len sich dem The­ma spie­le­risch nähern.

2. Klasse: „Alt werden – vergessen – Demenz“
an der Grundschule Ebern

Lernen durch Engagement: Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ebern im MGH-Projekt „Alt werden - vergessen - Demenz“

 

Bei den Grun­schü­lern gelingt die­se Annä­he­rung am bes­ten mit­hil­fe von Geschich­ten, wie etwa der „Vom Fuchs, der den Ver­stand ver­lor“:

Der jun­ge Fuchs ist ganz nor­mal, das Wald­tier spielt mit sei­nen Art­ge­nos­sen, sie haben Spaß, er kann jagen und ein ganz nor­ma­les Fuchs­le­ben füh­ren. Mit dem Alter aber kommt das Ver­ges­sen – ganz unbe­merkt. Eines Tages hat der Fuchs ver­ges­sen, dass er ein Fuchs ist. Er ver­gisst Wör­ter, weiß nicht mehr wie man jagt und fin­det den Weg nach Hau­se nicht mehr. Und er will statt sonn­tags am Mitt­woch in die Wald­kir­che. Er wird zum Fuchs ohne Ver­stand. Der Fuchs ist den­noch nicht allei­ne. Sei­ne Fami­lie und die jun­gen Füch­se im Wald neh­men ihn so an wie er ist und hel­fen ihm.

Das lässt sich auf den All­tag in Fami­li­en über­tra­gen, in denen ein Alz­hei­mer-Pati­ent oder ein an Demenz­er­krank­ter lebt. Er ist auf die Hil­fe der Fami­lie ange­wie­sen, auf Geduld und Für­sor­ge. Beson­ders wich­tig: Auch Men­schen mit Demenz haben Gefüh­le und spü­ren Nähe, Zuwen­dung und Gebor­gen­heit.

Am Ende der Geschich­te dür­fen die Kin­der dann selbst einen Fuchs malen, egal ob jung oder alt. Unter­stüt­zung erhal­ten sie dabei von der ehe­ma­li­gen Kunst­leh­re­rin Gise­la Röder aus Ebern, die sich ehren­amt­lich beim MGH enga­giert.

Außer­dem orga­ni­sie­ren die Schü­le­rin­nen und Schü­ler einen „Sing­nach­mit­tag“ in einem Alten­heim, um sich auch außer­halb der Schu­le zu enga­ga­gie­ren.

4. Klasse: „MAL-alt-werden“
an der Grundschule Ebern

Lernen durch Engagement: Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ebern im MGH-Projekt „MAL-alt-werden“

 

Anfangs wur­de die Geschich­te „Vom Fuchs, der den Ver­stand ver­lor“ vor­ge­le­sen. Die Para­bel beginnt mit dem Fuchs, als er noch jung und klug war. Er wird alt, und mit dem Alter kommt das Ver­ges­sen. Mar­tin Balt­scheit beschreibt in schü­ler­ge­mä­ßer Form die Ent­wick­lung der Krank­heit Demenz. Par­al­lel zur Erar­bei­tung des Krank­heits­bil­des wer­den Bil­der gezeigt, die den Fuchs in sei­nen unter­schied­li­chen Ent­wick­lungs- und Gefühls­pha­sen zei­gen.

Die­se Pha­sen wur­den dann mit den Kin­dern auf eige­ne Erfah­run­gen und Fami­li­en­ge­schich­ten pro­ji­ziert und „Lebens­sta­tio­nen“ erar­bei­tet, wie z.B. eine von Kraft strot­zen­de Figur, lebens­be­droh­li­che Situa­tio­nen oder Fami­li­en­mit­glie­der küm­mern sich um den Demenz­er­krank­ten.

Anschlie­ßend durf­te jeder Schü­ler eine „Lebens­sta­ti­on“ malen, die dann am Ende gemein­sam mit dem Kunst­the­ra­peu­ten und bil­den­den Künst­ler Andre­as Neun­hoef­fer als Lepo­rel­lo bio­gra­fisch zusam­men­ge­führt und vor­ge­stellt wur­den.

Außer­halb der Schu­le wer­den sich die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 4. Klas­se in der Betreu­ungs­grup­pe für Men­schen mit Demenz im Mehr­ge­nera­tio­nen­haus enga­gie­ren.

Kooperationspartner

Grund­schu­le EbernMehr­ge­nera­tio­nen­haus Haß­furt
BRK Kreis­ver­band Haß­ber­ge
LdE Kom­pe­tenz­zen­trum im bun­des­wei­ten Netz­werk Ser­vice-Lear­ning (Ler­nen durch Enga­ge­ment)

Projektteam

Gud­run Schnit­zer
Schul­lei­te­rin

Mar­git Wirth
Leh­re­rin

Bir­git Fin­zel
Leh­re­rin

Schü­le­rin­nen und Schü­ler der
2. und 4. Klas­se

Gud­run Gre­ger
LdE-Schul­be­glei­te­rin

Lisa Gey­er
Päd­ago­gin und
qua­li­fi­zier­te Eltern­be­glei­te­rin
Fach­stel­le für pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge


Wir fördern durch unsere Projekte …

DEN EINSATZ FÜR DIE GESELLSCHAFT
Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen sich für Men­schen aller Genera­tio­nen zu enga­gie­ren.

DIE STÄRKUNG VON DEMONKRATIE UND ZIVILGESELLSCHAFT
Schü­le­rin­nen und Schü­ler wer­den an bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment her­an­ge­führt.

Sie erwer­ben dadurch
DEMOKRATIEEMPFINDEN UND SOZIALKOMPETENZEN.


Links zum The­ma
→ Pres­se­ar­ti­kel: Bil­der vom Weg durchs Leben
→ Pres­se­ar­ti­kel: Sozia­les Enga­ge­ment auf dem Stun­den­plan
→ Pres­se­ar­ti­kel: Beim Backen kommt man in Haß­furt ins Gespräch
→ Bei­trag: Fröh­li­ches Backen und Bas­teln im Mehr­ge­nera­tio­nen­haus
→ Koope­ra­ti­ons­part­ner-Pro­fil: Hein­rich-Thein-Schu­le Haß­furt
→ Koope­ra­ti­ons­part­ner-Pro­fil: Grund­schu­le Ebern
→ Info-PDF: Stand­or­te im Netz­werk Ser­vice-Lear­ning (Ler­nen durch Enga­ge­ment)