Das MGH möchte eine Nähstube eröffnen

Einrichtung bedankt sich bei ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern – Einsatz für soziale Integration und Teilhabe

Haß­fur­ter Tag­blatt – 21.12.2015 – Sabi­ne Meiß­ner

Das Mehr­ge­nera­tio­nen­haus (MGH) am Markt­platz lebt von der enga­gier­ten Mit­ar­beit unzäh­li­ger Ehren­amt­li­cher aus dem gan­zen Hei­mat­kreis. „So viel­fäl­tig wie die Men­schen aller Alters­grup­pen, für die Sie sich ein­set­zen, so bunt sind die The­men und die Bezie­hun­gen, die Sie mit Leben erfül­len“, beton­te MGH-Che­fin Gud­run Gre­ger beim Dank zum Jah­res­en­de gegen­über ihren haupt- und ehren­amt­li­chen Mit­strei­tern.

Frauen aus Syrien an den MGH Strickmaschinen

In der Licht­stu­be wer­den die ers­ten Strick­ma­schi­nen mit Frau­en aus Syri­en ein­ge­weiht. Haß­fur­ter Bür­ger haben sie gespen­det und Sieg­fried Thiem (links) hat sie ehren­amt­lich repa­riert. Ingrid Thie­ler (rechts) und Moni­ca Gomes (2. von links) lei­ten die Frau­en an, die spä­ter eine Näh- und Strick­stu­be eröff­nen wol­len.


Stich­wor­te, die für Unbe­tei­lig­te gestelzt oder uner­klär­lich klin­gen mögen, sind für die Enga­gier­ten im MGH sinn­vol­le Voka­beln. „Genera­tio­nen­ma­nage­ment, sozia­le Inte­gra­ti­on und Teil­ha­be, Nach­hal­tig­keit, Wer­te­ver­mitt­lung, Betreu­ungs­netz­werk für alle Genera­tio­nen, Sprach­er­werb, Qua­li­täts­si­che­rung, Zufrie­den­heit, Fami­li­en, Inte­gra­ti­ons­preis, Empa­thie, Bil­dung, Paten­schaft, Gerech­tig­keit, Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment, Wert­schät­zung und nicht zuletzt Arbeit mit Flücht­lin­gen“, das waren laut Gre­ger die The­men des Jah­res 2015. „Die­se Wor­te haben uns das gan­ze Jahr und rund um die Uhr beschäf­tigt, und Sie haben sie mit Leben erfüllt“, sag­te Gre­ger zu Ehren­amt­li­chen anläss­lich der letz­ten Zusam­men­kunft des Jah­res. Dass es kei­ne lee­ren Wort­hül­sen blie­ben, dafür habe die­ser Kreis akti­ver Haß­berg­ler gesorgt.

Auch das kom­men­de Jahr wer­de span­nend, mein­te Gre­ger, denn „das MGH mit sei­nen auf Begeg­nung und Betei­li­gung aus­ge­rich­te­ten Kon­zep­ten ist bei der sozia­len Inte­gra­ti­on von Flücht­lings­fa­mi­li­en mit Kin­dern nicht weg­zu­den­ken.“ Sie ver­wies auf den „Fami­li­en­pakt Bay­ern“ des baye­ri­schen Sozi­al­mi­nis­te­ri­ums sowie das „Betreu­ungs­netz­werk für alle Genera­tio­nen“ des BRK-Kreis­ver­bands Haß­ber­ge. Mit die­sen Ein­rich­tun­gen erwar­te sie für 2016 wie­der­um gemein­sa­me Anknüp­fungs­punk­te.

Vie­le Ide­en zu den The­men „Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf“ sowie „Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Pfle­ge“ sei­en gemein­sam mit den Ehren­amt­li­chen ent­wi­ckelt wor­den und sol­len laut MGH-Che­fin“ krea­tiv und prak­tisch zum Woh­le der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Land­kreis” umge­setzt wer­den.

Die Licht­stu­be“ ist ein Bei­spiel für gut und anhal­tend funk­tio­nie­ren­des bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment. Unter Ingrid Thie­lers Anlei­tung und Koor­di­na­ti­on hel­fen die Frau­en der Licht­stu­be an vie­len Stel­len in- und außer­halb des Hei­mat­krei­ses mit ihren Hand­ar­bei­ten. Bei­spiels­wei­se gehen ein Teil der Arbei­ten an den Ver­ein „Haß­furt hilft“ (die Hei­mat­zei­tung hat wie­der­holt berich­tet).

Seit Herbst 2015 wer­den Frau­en aus Syri­en ein­be­zo­gen. Nach theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Vor­be­rei­tun­gen sowie einer „1:1 Beglei­tung“, wie Gre­ger anmerk­te, sei­en die syri­schen Frau­en bereits gut dabei. Bür­ger aus dem Land­kreis hät­ten das Vor­ha­ben mit Spen­den in Form von Wol­le sowie Strick- und Näh­ma­schi­nen unter­stützt. Sieg­fried Thiem vom Ver­ein „Haß­furt hilft“ habe alle Gerä­te repa­riert und in Gang gesetzt. „Erfreut haben wir fest­ge­stellt“, sag­te Thie­ler, „dass zwei der Frau­en in ihrer syri­schen Hei­mat an die­sen Strick­ma­schi­nen gear­bei­tet haben“. Ab Janu­ar wer­de eine ange­hen­de Leh­re­rin den Frau­en und deren Kin­dern jeweils eine Stun­de vor Beginn der Licht­stu­ben­zeit Deutsch­un­ter­richt ertei­len. „Es gibt wei­te­re Plä­ne für die Zukunft“, ver­riet Gre­ger. Aktu­ell suche das MGH einen Raum in Haß­furt oder Umge­bung, in dem die Frau­en 2016 eine Näh- und Strick­stu­be eröff­nen kön­nen.